Verschlechterung der Studienbedingungen durch die neuen AI + DS Studiengänge

Das Problem bei den Übungen sind meist nicht die Mittel, sondern die Tutor:innen: wir finden einfach keine (will sagen zuwenige).

In den KI1 Folien steht, die KWARC Gruppe bezahlt HiWis Halbstellen. Für solche Stellen kriegt man ja für gewöhnlich Mindestlohn, heißt das in diesem Fall dann halber Mindestlohn?

Der Mindestlohn bezieht sich auf die Arbeitsstunde, d.h. du bekommst als HiWi natürlich nicht den halben Mindestlohn. Nach Vergütungstabelle der FAU bekommen HiWis ohne Abschluss 12Euro/h, mit Bachelor 13Euro/h.

Was da am Ende in Summe bei den HiWis ankommt hängt dann noch von der vertraglichen Wochenstundenzahl (und der steuerlichen Situation, insb. im Hinblick auf den Steuerfreibetrag von 520Euro/Monat) ab, ich denke mal darauf bezieht sich die Formulierung „Halbstelle“.

Schon klar, dass der Stundenlohn nicht unter Mindestlohn fällt. Was ich meine ist: man kriegt meistens so viele Stunden bezahlt, dass man pro Monat unter der Minijobgrenze bleibt (520€, wenn ich mich recht entsinne sind das mit Bachelor aktuell 9 Stunden).

Kriegt man dort dann nur die Hälfte der Stunden bezahlt? Oder eventuell über einen kürzeren Zeitraum? Es wundert mich dann nämlich nicht, dass unter den Umständen niemand Interesse daran hat, als Tutor zu arbeiten.

Dieses Semester waren es ja 6 Tutoren auf 900 Studenten, macht 150 Studenten pro Tutor. Selbst 9 Stunden die Woche/520€ wären dafür nicht genug.

Mich würde auch mal interessieren, ob hier weitere Bestrebungen unternommen wurden? Nicht unbedingt seitens der FSI, sondern seitens der Verantwortlichen aus dem Gremium? Es scheint schon so, dass hier die Kritik von Studierendenseite nicht sonderlich ernst genommen wird.
Ich bin gerade auf Seminarsuche und es ist eigentlich unmöglich, ein Seminar zu finden, wenn man nicht gerade die Minute mitbekommt, in der die Anmeldung geöffnet wird. Viele Veranstaltungen sind nur noch zu besuchen nach chancengleicher Verlosung. Wenn man nicht gerade Zeit und Geld hat, ein paar Semester dranzuhängen, ist man gezwungen, entgegen der eigenen Interesssen zu studieren. Außerdem hab ich das Gefühl, dass alles was nicht gerade mit fancy AI zu tun hat in der Finanzierung etwas hinten runterfällt.
Ich bin tatsächlich sehr froh, dass ich mit dem Master bald fertig bin, die Zustände werden immer schlimmer. Würde ich jetzt am Ende des Bachelors stehen, würde ich mich definitiv gegen die FAU entscheiden, obwohl ich mit der Lehre und den Dozierenden gerade in Fächern die nicht überschwemmt wurden (da auf deutsch und kein AI) oder wenn man mal reingekommen ist, immer sehr zufrieden war.

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„Ich bin gerade auf Seminarsuche und es ist eigentlich unmöglich, ein Seminar zu finden, wenn man nicht gerade die Minute mitbekommt, in der die Anmeldung geöffnet wird.“

Exakt das! Oft ist es ja mit Chancengleichheit am Anfang aber selbst dann stehen teilweise 12 Plätze zu 80 oder mehr Bewerbern, das kenne ich einfach von früher nicht. Wenn ich mich dann mit anderen Kollegen aus der E-Technik Richtung unterhalte haben die halt keinerlei Probleme irgendwas zu bekommen.

Informatiker bzw Medizintechniker die in die Richtung Bildgebung gehen möchten haben eh schon nicht viele Fächer/Seminare/Praktika als Auswahl um die Interessen und Modulgruppen zu füllen und dann sind diese halt auch oft vergriffen oder völlig überfüllt.

Übungen die für mich im Bachelor zu den wichtigsten Sachen gezählt haben sind für mich mittlerweile einfach nur noch lästig, viel zu viele Studenten pro Übung + unterirdischen Niveau da Studenten entweder Null Vorkenntnisse haben oder absolut keine Eigeninitiative zeigen. In kleineren Gruppen war da auch ab und zu einer dabei aber dann sich die Sache danach erledigt aber wenn ich einer Übungsstunde ~100 Leute sitzen und nur 10% Fragen stellen kommt man schon nicht mehr durch.

„Wenn man nicht gerade Zeit und Geld hat, ein paar Semester dranzuhängen, ist man gezwungen, entgegen der eigenen Interesssen zu studieren.“
Ist auch ein schwerwiegender Punkt den glaub einige nicht verstehen + ist es ja nicht garantiert das man dann ein Jahr später in den Wunschkurs kommt.

Was kann man denn machen? Vor allem, wenn man nicht will, dass es Fremdenfeindlich wirkt (oder sogar ist)?

Ich finde es eine Farce das man schauen muss wie man in seine Kurse kommt bzw eventuell Semester anhängen muss damit man sich richtig spezialisieren kann nur weil mittlerweile 1/3 aller Studierender an der TechFak aus dem Ausland hier sind. Wäre vielleicht auch per se gar kein Problem wenn es sich gut aufteilen würde aber ein Großteil von dem Drittel studieren halt die AI, Info oder MedTech(BildgebungI Studiengänge, da wollen dann halt alle in die gleichen Kurse. Da müsste man halt einfach anfangen die Zulassungsbeschränkungen zu verschärfen, macht die TUM momentan auch weil die es vermutlich anders auch nicht mehr gebacken bekommen, nachdem sie für Studiengebühren für nicht EU-Länder stark kritisiert worden sind.

Es werden hier Leistungen kostenlos genutzt für die wir hier in Form von Steuern Geld bezahlen.
In beinahe jedem anderen Land der Welt werden Studenten auch zur Kasse gebeten wenn diese dort ein Semester verbringen wollen und das teils nicht wenig(Kann man natürlich darüber streiten ob das ein Argument ist). Natürlich scheiße, Bildung sollte generell kostenfrei sein und für jeden der es möchte in Anspruch genommen werden dürfen aber ein kostenloser Bildungsstandort sollte nicht so ausgenutzt werden können das andere darunter leiden.

Aber ist toll, jetzt wird halt einfach Massenabfertigung gemacht. 600+ Studenten in MTLS, Online Open Book Klausur von Zuhause. Was da in der WA-Gruppe abging kannst du nicht beschreiben. Da sind Leute dabei, die wissen nicht was die Gates einer LSTM Zelle sind aber kommen mit einer 1.0 raus dank ChatGPT.

PS: Und mich bitte nicht falsch verstehen, das hier Leute von außerhalb studieren ist kein Problem. Das Problem ist das sich die Studienbedienungen meiner Meinung nach merkbar verschlechtern + das Ansehen eines Masterabschluss von hier. Da würde ich einfach gerne mal hören ob etwas unternommen wird, wie zB. mehr Budget das wieder mehr Kleingruppen angeboten werden können, vielleicht das selbe Seminar mehrmals die Woche(Klar auch wieder schwierig).

Das Lehrbudget erhöhen. (Härtere) Zulassungsbeschränkungen für den Master einführen, vor allem bei solch hohen Bewerberzahlen. Das ist aus Studisicht natürlich immer leicht gesagt und ein bisschen ist das Kind jetzt auch eh schon in den Brunnen gefallen, aber so wie es jetzt ist, kann es doch nicht weitergehen. Am besten wäre natürlich gewesen, vorab zu überlegen, ob Kapazitäten ausreichen und wenn nein, wie man das abfangen kann, so dass nicht am Ende alle Studierenden darunter leiden, auch die „Neuen“. Ich habe echt das Gefühl, da ging es viel um Geld und/oder Prestige, der Rest lief nach dem Motto schauen wir mal, dann sehen wir schon. Eigentlich sind ja sowohl neue Studiengänge als auch mehr Internationals eine Bereicherung. Aber halt nicht so.

Die entscheidende Frage ist doch, warum sich so viele für Erlangen entscheiden? Weil die Uni international so hoch angesehen ist? Weil die Stadt so toll ist?

Eher nicht. Der Hauptgrund ist sicher, das
die FAU so gut wie jeden zulässt. Das Problem betrifft mittlerweile nicht mehr nur die Lehre, sondern auch den Wohnungsmarkt.

Wenn mehr Studenten gewünscht sind, muss die Uni und daw Studentenwerk für die notwendigen Rahmenbedingungen sorgen.

Das gute ist ja, auch „wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“. Die Sachen hat sich ja in 2-3 Jahren wieder beruhigt sobald Maßnahmen ausgeführt werden. Nur hört man von niemanden etwas, entweder sind die vom Gremium hier nicht mehr aktiv oder wollen/können nichts neues sagen?

Wenn ihr sehen möchtet wie krass die Uni gerade brennt, muss man sich mal wirklich den Zustand des Department Data Science ansehen (Ich bin gespannt)

bzgl. Auflagen zum Master AI hat die StuKo Informatik Änderungen im Qualifikationsfeststellungsverfahren beschlossen.
Kann man btw hier inklusive Änderungssatzung nachlesen:

Jetzt sind fixe ECTS Zahlen in Gebieten der Informatik gefordert, zudem gibt es einen neuen elektronischen Test.
siehe alles die Änderungssatzung vom März 2023

Ich persönlich bin mal vorsichtig unoptimistisch :slight_smile:
Es scheint klar zu sein, dass dies höchstens die Selbsteinschätzung anregen kann.
Aber mehr Studis machen mehr Einschreibezahlen, und es gibt nur Geld je Einschreibezahlen. (Könnte geändert werden, aber lol)

Persönlich hatte ich auch schon die supper nette erfahrung in Data Structure Engineneering von Prüfungen in 3er Gruppen, weil 200 Leute mussten mündlich geprüft werden. (Prof Leis ist nach dem Semester übrigens zur TUM weiter)

Btw: Das die Übersicht über Seminare gerade mit dem Wegfall von UniVIS (lol) problematisch geworden ist hat die FSI auf dem Schirm.

Über Mails und Austausch freut sich die FSI trotzdem gerne immer. :slight_smile:
(Post hier ist persönliche Meinung)

Wenn ihr sehen möchtet wie krass die Uni gerade brennt, muss man sich mal wirklich den Zustand des Department Data Science ansehen (Ich bin gespannt)

Was meinst du damit?

zudem gibt es einen neuen elektronischen Test.

Persönlich hatte ich auch schon die supper nette erfahrung in Data Structure Engineneering von Prüfungen in 3er Gruppen, weil 200 Leute mussten mündlich geprüft werden. (Prof Leis ist nach dem Semester übrigens zur TUM weiter)

Ich fand die mündliche Gruppenprüfung in DSE einen akzeptablen Kompromiss. Wobei mittlerweile die meisten Lehrveranstaltungen, die auch von AI oder DS belegbar sind, auf schriftlich umgestellt haben. KDD, DBRNTAS, CA, …

Das gute ist ja, auch „wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“. Die Sachen hat sich ja in 2-3 Jahren wieder beruhigt

Wie kommst du zur Annahme, dass die aktuelle Situation nicht zum neuen normal wird?

War darauf bezogen, dass wenn Maßnahmen hinsichtlich der Zugangsvoraussetzungen getroffen werden, in den folgenden Semestern weniger Neuzugänge dazu kommen würden und es sich wieder nach unten bewegen müsste (hoffentlich stark). Natürlich wird es ein neues Normal mit mehr Studenten geben, aber das könnte hoffentlich mit mehr Förderung an den Lehrstühlen ausgeglichen werden.

Die Satzungsänderung bezüglich der Voraussetzungen ist interessant und hört sich meiner Meinung nach gar nicht schlecht an.

Die FAU hat die PDF mit den Studentenzahlen aktualisiert. AI hat sich auf etwa 100 Master Erstis je Semester eingependelt. DS hat im WS fast die 300 erreicht. Aus 1 INF auf 2 AI/DS ist mittlerweile 1:4 geworden. Die Massenabfertigung ist also das neue normal.

Die TUM ergreift Maßnahmen, um die Situation etwas in den Griff zu bekommen.

https://www.tum.de/studium/studienfinanzierung/gebuehren-fuer-internationale-studierende