Studium + Arbeit

Disclaimer: Dieser Thread wurde aus dem alten Forum importiert. Daher werden eventuell nicht alle Formatierungen richtig angezeigt. Der ursprüngliche Thread beginnt im zweiten Post dieses Threads.

Studium + Arbeit
Hallihallo,

mich wuerde mal ( gerade von hoeheren Semestern ) interessieren, ob ihr neben dem Studium arbeitet.

Ich spiele gerade mit dem Gedanken meine Werkstudentenstelle aufzugeben, damit ich mehr Zeit fuer das Studium habe.
Finanziell spielt das zum Glueck keine Rolle, aber meine ~10 Stunden die ich in der Woche arbeite koennte ich auch fuer das Studium nutzen.
Mit meiner Werkstudentenstelle bin ich auch sehr zufrieden. Deswegen faellt es mir auch nicht leicht einfach zu kuendigen.

Mich wuerden deswegen eure Erfahrungswerte interessieren.

Bachelor Wirtschaftsinformatik + nebenbei noch Arbeiten → empfehlenswert oder absolutes nogo.

LG


Hey.

Bachelor Informatik hier.
Bei mir geht es einigermaßen mit dem Zeit-Management. Regelstudienzeit konnte ich jedoch schonmal klar nicht einhalten.

Ich bin im 7. Fachsemester und habe im 4. begonnen noch nebenher als Werkstudent zu arbeiten.
Am Anfang 20h pro Woche, nun bin ich seit einer Weile auf 16h pro Woche runter.
Ich muss Hausaufgaben teilweise am Wochenende machen, da ich unter der Woche wenig Zeit dafür finde.

Bin zufrieden so wie es ist.

Hast du noch konkretere Fragen?


Bin im letzten Mastersemester (Informatik) und habe seit dem 4. Bachelorsemester 12h/Woche nebenher gearbeitet. War zeitlich eigentlich nie ein Problem.


Ab dem vierten Semester scheint das wohl machbar zu sein…
Dann werd ich mal zusehen ob ich zumindest bis in die hoeheren Semester mir etwas Luft verschaffe


Bin auch im Master und arbeite seit dem 3. Bachelor immer nebenher 10 Stunden.
Ich hab für meinen Bachelor dann 7 statt 6 Semester gebraucht, bin mir allerdings gar nicht so sicher, ob ich es tatsächlich auf die Regelstudienzeit herunterreduziert hätte, wenn ich nicht gearbeitet hätte. :smiley:
Ich denke 10 Stunden sind auf jeden Fall machbar, wenn dir ein mögliches (in dem Moment dann schwer vermeidliches) Zusatzsemester nichts aus macht. Sowas ist ja manchmal auch wegen der Vorlesungsaufteilung WS/SS oder anderen Terminen von Bachelorarbeit usw. gar nicht kompromisslos umgehbar.


Ich würde sagen, wie viel du neben her Arbeitest kommt ein Stück weit darauf an, worauf du deinen Fokus legen willst, und wie voll gepackt dein momentanes Semester schon ist.

Meine Erfahrung als Masterstudent im 12. Semester (darin 1.5 / 2 Auslands-/Urlaubssemester), den insbesondere Vertiefungsvorlesungen interessieren und der deshalb relativ gesehen vermutlich etwas mehr Zeit in diese steckt: In jedem Semester hätte nebenbei Arbeiten nicht ohne Abstriche geklappt. Meistens war das vorher absehbar, teilweise musste ich dann halt vor den Prüfungen mehr machen, aber darauf läuft es bei mir eigentlich immer raus, auch wenn ich unterm Semester Zeit gehabt hätte ;-).

Wenn auch nicht jedes Semester, würde ich dir auf jeden Fall empfehlen, regelmäßig nebenbei Sachen auszuprobieren. Gerade als Student hast du sehr einfach und unverbindlich die Möglichkeit, in Unternehmen und Forschungsstätten hineinzuschauen, dich z.B. mal als Tutor zu probieren oder - was als Informatiker immer noch ganz gut geht - selbstständig irgendwas wie Apps, Tools für Spieleengines, usw. zu machen. Nicht alles ist jedermanns Sache, also einfach probieren, was interessant klingt. Auch weil du dich sonst möglicherweise ärgerst, wenn du dein Studium abgeschlossen hast und dich plötzlich längerfristig für irgendwas entscheiden sollst.

Bei mir lief das vor allem auf Uni Jobs raus. Die haben, egal ob Tutor oder Arbeit an einem Lehrstuhl, aus Probier-Sicht den praktischen Nebeneffekt, dass sie von vornherein erst mal nur auf ein Semester ausgelegt sind.

Als abschließende Bemerkung: Lass dich nicht von der Regelstudienzeit von irgendetwas, einschließlich Auslandssemester, abhalten. Die Erfahrung ist die 1-2 zusätzlichen Semester wert, und wenn du es Begründen kannst, wird sich auch kein Personaler daran stören.


Nö, aber der Personaler wird den bevorzugen, der all das auch bietet und in Regelstudienzeit fertig geworden ist und unter Umständen kommst du garnicht erst zum Vorstellungsgespräch um dich zu rechtfertigen weil du durch einen Automatismus im Bewerberportal aussortiert wirst. Die Bewerberlage für gute™ Stellen ist aus Unternehmenssicht top, die Auswahl reichlich, entsprechend wählerisch wird agiert.


Das “kein” war wohl übertrieben und klar - wer das selbe in weniger Zeit schafft wird logischerweise bevorzugt - denn der ist dann in der Hinsicht einfach besser. Aber dann Stellt sich die Frage dieses Threads auch gar nicht. Ansonsten ist die Entscheidung doch in etwa folgende Abwägung: Ziehe ich das Studium in 10 Semestern mit bestmöglichen Noten durch, lege ich weniger Fokus auf die Noten aber sammle dafür Praxiserfahrung oder will ich beides, brauche dafür aber ein Semester mehr.

Wenn du dir als Unternehmen leisten kannst, sämtliche Studenten mit 11 Semestern auszusortieren, dann wirst du vermutlich auch keinen von denen nehmen, die schlechtere Noten haben oder keine Praxiserfahrung vorweisen können.

Wie eingangs gesagt, ich bin selbst noch im Master, entsprechend ist meine Erfahrung mit Personalern begrenzt. Aber eben auch nicht null. Und dabei wurde mehrfach deutlich, dass sich - passende - Praxiserfahrung positiv auszahlt und auch, dass die Einhaltung der Regelstudienzeit nicht so wichtig ist - solange eben klar ist, dass das nicht der Faulheit verschuldet ist, oder man besser irgendein Ergebnis vorweisen kann.


Klar, wenn der „Personaler“ die Bewerbungsunterlagen zwei absolut gleich qualifizierter Absolventen vor sich liegen hat, dann könnte ihn die Regelstudienzeit interessieren. Aber mal ehrlich: wann passiert das schon?

In dem Konzern, in dem ich gerade arbeite, werden Stellenausschreibungen ziemlich streng formuliert. Da werden in der PersA nur Leute aussortiert, die die Mindestanforderungen nicht erfüllen. Alle anderen Bewerbungen gehen an denjenigen, der die Bewerber angefordert hat (Mitarbeiter, Team-/Abteilungsleiter). Der schaut sich dann Lebenslauf und Qualifikationen an. Und gerade im Lebenslauf kommt es viel besser, wenn da mehr drin steht, als nur ein Studium.
Die wollen, wenn sie z.B. einen Java-Entwickler suchen, nicht jemanden, der bei den Übungen zu AuD und co. alle Punkte erreicht hat. Da hat der, der schon an einem echten (nicht-Uni-)Projekt gearbeitet hat, viel höhere Chancen.

Ein Studium in Regelstudienzeit wird von der Politik verlangt, nicht von der Industrie.

edit: Der Präsident der Hochschulschulrektorenkonferenz hat das in einem Interview auch mal genau so gesagt: Die Regelstudienzeit ist eine Idee aus der Politik


Ich weiß wie Siemens funktioniert. Wie du schon sagst, die erste Hürde muss trotzdem überwunden werden und auch im Siemensportal gibts automatisierte Checks.


Richtig: ob die Bewerbung vollständig ist, passendes Anschreiben, Ausbildung, Qualifikationen, Soft Skills etc. Davon, dass jemand wegen zu langer Studiendauer nicht genommen wird hab ich noch nie etwas gehört. Ich selbst hab 6 Semester Medizintechnik studiert und dann erst gewechselt. Das war bei den Kollegen eher positiv, als dass es mir zum Verhängnis wurde. Solange du sowas begründen kannst, sehen die eher, dass du eben auch über deinen Tellerrand hinaus sehen kannst bzw. geblickt hast.


Wie sortiert man Bewerbungsunterlagen denn nach mangelnden Soft Skills aus?^^


Wenn die Bewerbung vor Leet-Speak statt Buzzword-Bingo strotzt :wink:


Habe ich auch nicht behauptet. Wie du schon sagst, solange ein Makel erklärbar ist, stellt es meistens kein Problem dar, aber Makel bleibt Makel, bei 1-2 Semestern vermutlich eher unkritisch, wenn sinnvoll erklärbar. Bei 4+ Semestern siehts anders aus.
Abgesehen davon, als Werkstudent reinzukmmen und bei Siemens zu arbeiten ist vergleichsweise einfach, als Absolvent werden die Karten neu gemischt, da zum einen die Konkurrenzsituation eine ganz andere ist und zum anderen das finanzielle Risiko seitens der Firma deutlich höher ist, niemand will sich ne Flasche zum IGM-Tarif einhandeln, da man die nicht wieder ohne Weiteres wegbekommt; nicht umsonst gibts mittlerweile soviele Zeitarbeits/Personaldienstleisterklitschen.


Ich arbeite seit dem 4. Semester als Tutor (12h mittlerweile 19h), habe mit nakami angefangen, bin also auch 7tes Fachsemester. Ich finde man merkt schon das Zeit manchmal nicht da ist, denn die reine Stundenanzahl ist es nunmal nicht. Du hast manchmal noch ein komplett anderes Thema im Kopf, bist (als Werksstudent) auch noch örtlich wo anders und brauchst potentiell immer ein bisschen um dich wieder von Arbeit auf Studium umzukonzentrieren. Ich würde sagen es ist wie 1-1.5 Veranstaltungen mehr im Semester.

Wie Leute es schaffen Werksstudent und Studium in Regelstudienzeit (in Informatik) zu machen - ich kenn da durchaus jemanden - ist mir vollkommen schleierhaft.
Zum Thema “ab 4ten Semester” würde ich gerne zwei Sachen sagen:
→ Ja, man sollte sich die ersten Semester erstmal darauf konzentrieren das Studium hinzubekommen
→ Nein, du hast in den späteren Semestern nicht mehr Zeit, eher weniger (zumindest meiner Erfahrung nach im B.c. Informatik)

1 Like